Ägäis Kreuzfahrt mit der OLYMPIA VOYAGER

Reiseberichte – OLYMPIA VOYAGER

Ein typisch griechischer Morgen: strahlend blauer Himmel und klares, blaues Wasser. Aber diesmal sind es nicht die strahlend weißen Häuser, die sich von dem Hintergrund abheben. Es ist das Kreuzfahrtschiff OLYMPIA VOYAGER …

by Earl of Cruise, first published 07.11.2014

Veröffentlicht in `an Bord´ 1/2003

OLYMPIA VOYAGER in den Farben der ROYAL OLYMPIA CRUISES
OLYMPIA VOYAGER, ein Ferrari auf See, in den Farben der ROYAL OLYMPIA CRUISES. Sitzt man im Erker der Bay Window Suites (li. hinter der Brücke), während das Schiff über das Meer prescht, könnte man denken, man säße in einem Helikopter, der über das Meer fliegt.

Noch liegt die OLYMPIA VOYAGER friedlich im Hafen von Piräus, man sieht ihr aber die Schnelligkeit deutlich an. Kein massiges Schiff, eher schnittig und leicht. Mit bis zu 28 Knoten eines der schnellsten Kreuzfahrtschiffe der Welt, und der Stolz von ROYAL OLYMPIC CRUISES. Um mich duf die Kreuzfahrt einzustimmen, bin ich bereits einige Tage eher angereist, habe mir Athen und seine Sehenswürdigkeiten angeschaut, Museen besucht und in kleinen gemütlichen Restaurants griechisch und gut gegessen. Meine „Residenz“ in Athen ist das Saint George Lycabettos im Stadtteil Kolonaki von wo aus man eine fantastischen Blick über Athen und die Akropolis bis nach Piräus hat.

Olympic Voyager ankert in Athen am Kreuzfahrt Terminal
Olympic Voyager ankert in Athen am Kreuzfahrt Terminal.

Erholt wache ich am Morgen der Abreise auf. Jetzt heißt es einchecken. Eine Taxifahrt zur Pier, und schon stehe ich voller Neugier am Terminal. Freundliche Mitarbeiter der Reederei reichen einen Begrüßungscocktail. Zügig erledigt sich das Boarding. Holz, Marmor, Messing, dezentes Licht und freundlich lächelnde Stewardessen und Stewards empfangen mich in der Lobby. Sie reißen mir förmlich das Handgepäck und meinen Trolley förmlich aus den Händen. Nicht mal die kleinste Tasche muss ich zu meiner Junior-Suite selber  tragen. Vorneweg, meine Reisetasche wie eine Tophäe haltend marschierte mein Kabinensteward, während die Nachhut von einem anderen Steward mit meinem Trolley gebildet wurde.

Olympic Voyager boarding
OLYMPIC VOYAGER boarding. Und wie immer hat ein Passagier mal wieder irgendwas, irgendwo im Terminal liegen gelassen. Der Sicherheitsoffizier musste suchen, und er fand. Triumphierend trug er den Beautycase mit spitzen Fingern und angewinkeltem Arm das verlorene Objekt an Bord zur überglücklichen Besitzerin.

Die erste Neugier wird positiv gestillt. Mein Kabinensteward zeigt mir die Kabine mit ihren Staumöglichkeiten, die Rettungswesten, den Safe und erklärt mir das er Levander, mein Kabinensteward sei. Bevor er sich verabschieden kann drücke ich ihm meinen ertsen Tipp in die Hand. Breit lächelnd verabschiedet er sich bei mir. Die Kabinen, in meinem Fall eine Junior-Suite, sind zwar nicht riesig, doch sehr geschmackvoll und praktisch eingerichtet. Ich fühle mich gleich wie zu Hause. Auch das Bad ist hell, freundlich und hell. Von mir aus kann es jetzt losgehen. Bordleben, Sonne, Meer und Wind.

Foyer des Hauptrestaurants
Foyer des Hauptrestaurants der OLYMPIA VOYAGER, re. der Reception Desk.

Home away from home

Doch erst in der beginnenden Nacht gibt der Kapitän Apistolas das Komando: „Leinen Los!“ Apropos Nacht, sie ist eigentlich viel zu schade zum Schlafen, denn die vielen Unterhaltungsangebote sind viel zu verlockend: Kino, Disco, Poolbar, Casino … Andererseits möchte ich aber auch ausgeschlafen in Heraklion ankommen, „Kreuzfahrt Stress!“

Captain Apistolas
Captain Apistolas unser Kapitän

Bevor ich mich ins Vergnügen stürze, wartet aber das auf einer Schiffsreise wohl tägliche Hauptprogrammpunkt: das abendliche Dinner. Der Tisch, direkt am Panoramafenster, bietet noch den herrlichen Ausblick auf Piräus.

Und jedes Mal, wen ich einem Crew Mitglied begegne, werde ich freundlich angelächelt und begrüßt. Dabei merkt man sofort, es ist KEIN eintrainiertes „Betriebslächeln“ sondern, ein gastfreundliches, warmes und ja herzliches Lächeln.

Olympic Voyager Innenansichten, Li. das obere Deck der Lobby, mi. der Hauptspeisesaal, re. die kleine, exklusive Shopping Mall
Olympic Voyager Innenansichten, Li. das obere Deck der Lobby, mi. der Hauptspeisesaal, re. die kleine, exklusive Shopping Mall.

Als leidenschaftlicher Genussraucher gehe ich vor dem Hauptgang auf einen Zigarillo an Deck – was meinen Tisch Steward verwirrt nachfragen läßt, ob ich denn nicht mehr speisen wolle. Ich verneine, begründe, und schon am nächsten Abend hat er eine Rauch-Pause in der Speisenfolge eingeplant. „Ich habe mir erlaubt, Ihnen eine Rauchpause, während Ihres Dinners einzuplanen. Ist es Ihnen recht?“ Das nenne ich Service!

Auch die Weinstewardess fragt am zweiten Abend nicht mehr nach dem Aperitif, sondern serviert, nach einer kurzen Versicherung, meine Marke, ganz selbstverständlich – als wenn sie seit Jahren weiß, was ich bevorzuge.

Während ich nach dem Dinner mir eine gute Zigarre gönnte, machte Kapitän Apistolas seine Runde durch sein Schiff, und erreichte auch die Cigar Lounge. Wir kamen in ein angeregtes Gespräch.

Blick über die Reling der OLYMPIC VOYAGER
Blick über die Reling der OLYMPIC VOYAGER auf das Meer. Herz was willst Du mehr?

Landgang

Der nächste Morgen gibt den Blick auf den Hafen von Heraklion auf Kreta frei. Nach dem Frühstück, bei dem ich die Qual der Wahl zwischen amerikanischem, „continental Breakfast“ und einem Früstücksbuffet habe. Ich wähle das „continental Breakfast“ im Speisesaal. Wohl für den Tag gestärkt gehe ich an Land.

Ich erkunde zumeist das Ziel auf eigene Faust, was einige Vorrecherchen bedarf. Heraklion wirkt zuerst nur laut, uninteressant und hektisch auf mich. Ich miete mir einen Motorroller und mache mich mit meiner Straßenkarte bewaffnet, dem warmen Wind genießend auf den Weg. Allzuviel Zeit habe ich leider nicht, denn gegen 14:00 sollte die OLYMPIA VOYAGER wieder auslaufen.

Palast von Knossos, das sogenannte Vorzimmer zum Thronsaal mit dem Lustralbecken
Palast von Knossos, das sogenannte Vorzimmer zum Thronsaal mit dem Lustralbecken.

Horden von Touristen durchstreifen mit ihren Tour Guides durch die Teilweise wieder errichteten Ruinen der historischen Stätte und lasse die Leistungen der Minoer genannten, bronzezeitlichen Menschen auf mich wirken. Bei den Rekonstruktionen durch Arthur Evans ging teilweise die Phantasie mit ihm durch – er erschuf das falsche Bild einer allzu friedlichen Kultur.

Palast von Knossos, wie er fragwürdig von Arthur Evans rekonstruiert wurde
Palast von Knossos, wie er fragwürdig von Arthur Evans rekonstruiert wurde.

Ein wenig erschöpft von dem Ausflug und der, für Mitteleuropäer ungewohnten Hitze, die sich über den Mittag entwickelte, freue ich mich auf den restlichen Tag an Bord. Die Maschinen starten mit einem Zittern. 37.800 kW (51.394 PS) erwachen zum Leben. Die überdimensionalen Schiffsschrauben wühlen das Hafenbecken Wasser gehörig auf, als ob sie Sauerstoff in das brackig wirkende Wasser pumpen wollten.

Kurz nach der Hafenmole legte Kapitän Apistolas den Hebel auf den Tisch. Einige Meter hinter dem Heck wuchs eine Fontäne aus dem Meer, die sich mit steigender Geschwindigkeit immer weiter achteraus aus dem Meer erhob. Vom Pool Deck aus sah es so aus, als erreichte sie die die Höhe des Decks über der Wasserlinie. Beeindruckend!

Olympic Voyager pool deck and pool
OLYMPIC VOYAGER Pool Deck und Pool. Die Duschen haben eine Sichtschutzwand geformt wie ein Schneckenhaus. Li. befindet sich die bis in die späte Nacht genutzte Pool Bar … Al-Fresco drinking …

Santorini wir kommen! Und schnell. Am Abend erfuhr ich von Elzabeth de Castro-Rafferty, unserer Kreuzfahrt Direktorin, dass wir mit 28 Knoten, also Maximal Geschwindigkeit nach Santorini gesegelt sind.

Kurz bevor wir Santorini erreicht hatten, wurde ich auf die Brücke gebeten, um bei der Einfahrt in die Kaldera dabei sein zu können. Ein fantastisches Erlebnis.

Nach der Kurzen Überfahrt laufen wir in die Kaldera von Santorini ein. Backbord querab Palea Kameni und das leicht rauchende Nea Kameni. Vor dem Bug Thira, die Hauptinsel mit ihren 150 bis zu 350 Meter hohen Klippen. Die kleine Serpentinenstraße, die sich vom Fähranleger hinaufwindet wirkt wie eine schmutzig, weiße Linie in den grau-braunen Fels gezeichnet.

Thera, klein gemütlich, typisch griechisch

Da ich mit einer Pferdehaar Allergie „gesegnet“ bin mied ich den Eselritt nach Thera, den Hauptort, hinauf und wanderte um die eseligen Hinterlassenschaften herumeiernd auf die Spitze der Klippe. Bloß nicht ausrutschen! So mussten unsere Städte vor den Autos ausgesehen haben. Was mich oben erwartete, war einerseits heimelig, aber auch leider entsetzlich. Thera ist klein, gemütlich, typisch griechisch: Postkarten-kitschig fast. Aber voll von wuseligen Tousiten, und in jedem Haus war ein Touristen Geschäft.

Kaldera, mit der alten Serpentinenstraße zum Ort
Santorini am Rand der Die Kaldera Klippe, mit der alten Serpentinenstraße zum Ort.

Durstig vom Aufstieg erreichte ich das erste Lokal. Direkt an oder auf der Klippe. Ich bestellte mir einen Frappe, einen griechischen Eiskaffee. Es war der teuerste Frappe, den ich je in Griechenland genoss. Ganze 18,00 Euro kostete mich das köstliche Vergnügen, inklusive einer 0,5 Liter Flasche Aqua Naturale. Aber die Aussicht! Häuser die wie Taubennester an der Klippe kleben, strahlend weiß. Kleine blaue Tupfen von wie achtlos hineingestreuten Pools. Und unten im tief, dunklen Blau der Kaldera lag die OLYMPIA VOYAGER, die um ihren Festmacher herumschwoite und die anderen Kreuzfahrtschiffe, die ihre Passagierfracht auf die Insel ausspuckten. Zum Glück waren keine Dickschiffe darunter.

Die Ausgrabungsstätte Akrotiri, die uns einen Einblick in die Kultur und zivilisatorischen Leistungen der ehemaligen bronzezeitlichen Gesellschft der Bewohner gibt
Die Ausgrabungsstätte Akrotiri, die uns einen Einblick in die Kultur und zivilisatorischen Leistungen der ehemaligen bronzezeitlichen Gesellschft der Bewohner gibt.

Bei einem früheren Urlaub auf Santorini war ich auch in Akrotiri, der vom Vulkan bei der Minoischen Eruption vor 3.600 Jahren, verschütteten und konservierten Stadt. Die Zeit für eine geführte oder eigene Besichtigung erschien mir zu kurz. Ich hatte mich vor der Reise mit der Marketing Direktorin der TSITOURAS COLLECTION HOTEL verabredet und machte mich auf den Weg zu meinem Hotel Besichtigungstermin.

Tsitouras Collection Hotel auf Santorini, die TC Private Villa, The TC Private Villa - die Maria Callas
Tsitouras Collection Hotel auf Santorini, die TC Private Villa, The TC Private Villa – die Maria Callas

Aus sechs alten Häusern haben die Eigentümer ein Luxusrefugium mit phantastischem Restaurant und grandiosen Pool geschaffen. Die kleinen Villen hatten jede eine andere Einrichtung, nach dem Thema ihres Namens – The House of Sea, The House of Winds, The House of Portraits, The House of Porcelain, The House of Nureyev, The TC Private Villa – die Maria Callas, der griechischen Primadonna Assoluta, gewidmet ist. Zum Abschluß wurden mir verschiedene Amouse Gueule aus der Küche im Restaurant serviert. Das TSITOURAS COLLECTION HOTEL ist eine Oase der Abgeschiedenheit, dass man das nötige Kleingeld vorausgesetzt, inmitten eines Tourismus Hotspot genießen kann.

Ein halber Seetag vor Olympia

Am nächsten Morgen erwache ich auf hoher See. Das bedeutet ein Frühstück bei dem ich Weite des Meeres und die ersten Sonnenstrahlen genießen kann. Sanft, kaum spürbar, bewegt sich die OLYMPIA VOYAGER sanft im Ionischen Meer. Ich genieße mein üppiges Frühstück auf dem Außendeck der Garden Lounge. Unser nächstes Ziel ist Katakolon. Eine nur eine „Haltestelle“ für das eigentliche Ziel, das berühmte Olympia.

Katakolo-Die-Pyrgos-Esplanade-und-alter-Amleger
Katakolo, Die Pyrgos Esplanade und einst der Anleger.

Katakolo, der Gateway nach Olympia

Katakolon (Katakolou) selber ist auf den ersten Blick nur ein „Hafen-Straßendorf“. Allerdings mit einer herrlichen Badebucht, die man nach dem Besuch der Olympischen Stätten, unbedingt nutzen sollte. Und sei es nur, um den Staub von Olympia abzuwaschen. Aber schwimmen im Mittelmeer, und sei es nur kurz, ist weit angenehmer als in dem arg kleinen Pool der OLYMPIA VOYAGER.

Die Hermes Statue des Praxitiles im museum von Olympia
Die Hermes Statue des Praxitiles im museum von Olympia. Es muss für die alten Griechen schon hart gewesen sein, den eigenen Körper nach dem Idealbild zu Formen. Kennen wir das nicht von irgendwoher?

Es war ein herrlicher Anblick, wie sich einige Mitreisenden plötzlich auf den antiken Stätten, zu ehren von Zeus, „sportlich“ betätigten … Es sollte wohl witzig sein, wirkte aber eher zu oft einfach nur peinlich. Außerdem hatten sie zu viel Bekleidung am Körper, was zuweilen wiederum zu deren Vorteil gereichte.

Nafplia, einst griechische Hauptstadt

In der späten Mittagshitze wurden die Kreuzfahrer und verhinderten Olympioniken wiede reingesammelt und zum Hotel auf dem Wasser zurück gebracht. Es hieß Ankerlichten zu unserem Sprung über das Meer, um den Pellopones herum, nach Nauplia (Nafplia). Als sich die Griechen, getragen von ihrer Orthodoxen Priesterschaft, 1830 von den Osmanen befreit hatte wurde Nafplio kurzzeitig (1822 bis 34) die Hauptstadt des neuen griechischen Staates. 1833 bis 34 residierte hier, der von den Griechen zum König gewählten, Otto Friedrich Ludwig von Wittelsbach (1815-1867), Bruder von König Ludwig II., der allerdings später, in Athen residierend gestürzt wurde. Seit 1988 ist Nafplia UNESCO Weltkulturerbe.

Nafplia von der alten Festung auf Akronauplia aus gesehen
Nafplia von der alten Festung auf Akronauplia aus gesehen. Li. oben eine venezianische Festung und re. in der Bucht die Burtzi Festung

Nafplio ist deutscheste aller griechischen Städte und verehrt dort den ersten, den Deutschen König Otto, den bayerischen Prinzen. Touristisch ist Nafplia nicht überlaufen und eher ein Ziel für Griechen, was sich den moderaten Preisen manifestiert. Mit einem zweiten Salat Lunch stärkten wir uns auf dem Platz der Freunde Griechenlands, bevor wir uns zur alten Festung aufmachten, um danach die Stadt zu erkunden. Die von den Venezianern 1711–1714 erbaute Palamidi-Festung bekrönt eine 216 m hohe Anhöhe, der Akronauplia, östlich über der Altstadt und ist nach dem antiken Sagenhelden Palamedes benannt. Man erreicht sie entweder mit dem Auto, Bus oder erklimmt die 999 Stufen. Otto meckerte damals reichlich über die Eselsritte zu seiner Residenz, und wir nahmen den Bus.

Die Altstadt zeigt in ihren Bauten eindeutig ihre lange Zugehörigkeit zum Machtbereich Venedigs. Dazwischen stehen wunderbare Klassizistische Bauten. Aber das NAFPLIA PALACE der HELIOS Gruppe könnte geradewegs aus James Bond und Dr. No entsprungen sein. Die HELIOS Gruppe betreibt eine Reihe von Luxushotels in Griechenland, und ict für ihren Service bekannt.

Nafplia Palace und seine James Bond - Dr. No Erscheinung
Nafplia Palace und seine James Bond – Dr. No Erscheinung

Überraschend preiswertes und vorzügliches Speisen in Rhodos Stadt

Im venezianisch angehauchten, uralten Hafen von Rodos-Stadt treffen pümktlich während dem Frühstück ein. Vor den Osamanen beherrschte Venedig, die Königin der Adria, das östliche Mittelmeer, und sicherte mit seiner Flotte von Kriegsgaleeren seine Handelsruten. Obgleich schon oft gesehen und erlebt, es ist ein Schauspiel wie das Schiff an der Kaie festgemacht wird. Mit einem letzten Kaffee betrachte ich das Panorama. Das altehrwürdige maltesisch, venezianische Stadttor schaut abweisend auf die sieben im Hafen festgemachten Schiffe herab. Achtern von uns ein FESTIVAL Schiff, uns backbord gegenüber gleich zwei weitere Schiffe von ROYAL OLYMPIC CRUISES, die ODYSSEUS und die STELLA SOLARIS. Und ganz außen liegt ein REGENT Schiff, die SEVEN SEAS NAVIGATOR.

Rhodos, der Hafen und zwei von uns
Rhodos, der Hafen und zwei von uns. Re. die STELLA SOLARIS.

Mit einem aktuellen Reiseführer bewaffnet und meinen Erinnerungen an frühere Besuche in der ehemaligen Malteser Festung und uralten griechischen Stadt, mache ich mich auf den Fußweg in die Altstadt – zum Shoppen und Sightseeing. In den Hauptstrßen ein Geschäft neben dem anderen – auch das macht manchmal richtig Spaß. Nur seien sie vorsichtig, Schiffsklimaanlagen verursachen ein Schrumpfen des Koffer. Am Ende einer Reise paßt leider nicht immer alles wieder in die Reisehelfer hinein.

Rhodos der alte Hafen und sein Tor zur Stadt
Rhodos, der alte Hafen und sein befetigtes Tor zur Stadt.

Aber auf der alten Hauptstrasse hinter der Stadtfestung der Malteser packt mich das Grauen. Einzig wabernde Köpfe die sich sich vor mir die Anhöhe hinauf zeigen. Mich umblickend erkannte ich den alten Byzantiner Turm und schlug mich durch enge Seitengassen in dessen Richtung. Dann kam der kleine Platz zum Vorschein. Umstanden von kleinen urigen Restaurants und Kafenions standen unter den Schattenspendenden Bäume Tische. Nur wenige waren bestzt. Die Touristen Massen zogen derweil durch Hauptstrasse wie ein Gnuherde. Ich wählte einen Tisch, setzte mich und ergriff die Karte … mir fielen die Augen aus dem Kopf bei den Preisen. Ich bestellte mir ein dreigängies Menue mit Aperitif, Wein und Kaffee und zahlte ganze 18,00 Euro. Das Essen war vorzüglich, frisch und à la point.

Rhodos, die alte Malteser Festung von Byzantiner Turm aus
Rhodos, die alte Malteser Festung von Byzantiner Turm aus gesehen.

Mr. OLYMPIA VOYAGER

Da die OLYMPIA VOYAGER um 14:00 wieder ablegen sollte, musste ich mich nun etwas sputen. Es wartete ein Nachmittag wieder auf hoher See. Für Heute stand ein besonderer Programmpunkt im Bordprogramm: die Wahl des Mister OLYMPIA VOYAGER. Sicherlich sehr unterhaltsam für den einfachen Geschmack. Da ziehe ich es doch vor das Geschehen am Pool zu ignorieren so weit es geht … Ich kämpfte da doch lieber auf meiner Sonnenliege mit den durch den Fahtwind zu extremen Eigenleben angeregten Badetüchern. Die Architekten hätten vielleicht doch mal einen Windkanal Test mit einbeziehen sollen und nicht nur den Schlepptest des Rumpfes in der HAMBURGER SCHIFFBAUVERSUCHSANSTALT. Die geerade mal 180 Meter lange OLYMPIA VOYAGER preschte wieder mit 28 Knoten durch die Ägäis ihrem nächsten Ziel entgegen.

Die OLYMPIC VOYAGER trägt mit Stolz die Flagge ihres Heimatlandes
Die OLYMPIC VOYAGER trägt mit Stolz die Flagge ihres Heimatlandes.

Gut angebrutzelt quäle ich mich schließlich in den hervorragend ausgestatteten Fitness Raum um gegen die Kalorien anzuarbeiten. Das sind diese verflixten kleinen Dinger, die sich in den Schränken einnisten und über Nacht die Kleidung enger machen …

Gegen 18:00 beginne ich mich für das Dinner vorzubereiten, duschen, anziehen. Und zu meinen neuen Bekannten auf einen kleinen Drink. Entweder hatten wir jetzt ordentlichen Seegang bekommen, oder ich war nicht mehr so ganz nüchtern. Denn als wir die Kabine verließen schien alles in Bewegung zu sein. Wir beschlossen es auf den Seegang zu schieben. Also noch ein Abstecher in die Bar vor den Restaurant für einen Apperetiv.

Die OLYMPIC VOYAGER Bar auf dem Weg zum Hauptrestaurant, geschickt pltziert für den Apperitif
Die OLYMPIC VOYAGER Bar auf dem Weg zum Hauptrestaurant, geschickt pltziert für den Apperitif.

Die Reise fand einige Wochen nach den Terroranschlägen 9/11 statt, und so hatte die OLYMPIA VOYAGER nicht ihre volle Auslastung von knapp über 900 Passagieren. Die gebuchten Reisen von zahlreichen US Passagieren waren von diesen abgesagt worden, da diese wohl hinter den Osttoren von Rom das muslimische Barbaricum vermuteten. Unser Vorteil, keine zwei Sitzungen im Hauptspeisesaal.

OLYMPIC VOYAGER Hauptrestaurant
Das OLYMPIC VOYAGER Hauptrestaurant

Als Kapitän Apistolas an unserem Tisch vorbeimarschieren wollte, mit dem Geschäftsführer der Reederei im Schlepp, hielt er kurz inne und wechselte ein paar Worte mit uns. Er winkte einen Steward herbei, der kurz nachdem er am Captainstabel, uns gegenüber Platz genommen hatte, wieder erschien. Ein weiterer Steward trabte mit einem Ständer hinterher. Er setzte den Kübel auf den Ständer und präsentierte den Champagner. „Auf Einladung des Kapitän“, sagte er nur. Flugs waren die Champagnergläser vor uns. Ich goutierte, und es wurde eingeschänkt. Während dessen hatte der Kapitän an seinem Tisch seine Bonheurs verteilt und nach einem Trinkspruch die ersten Schlucke getan. Als er sah, dass wir versorgt waren, erhob er sich wieder und widmete uns den nächsten Trinkspruch.

ROC Wein Karte, Menue Karte und Bar Karte
ROC Wein Karte, Menue Karte und Bar Karte

Gegen Ende des Dinners hielt es uns nicht mehr auf unseren Stühlen. Wir mussten uns dem Schauspiel eines fantastischen Sonnenunterganges auf hoher See hingeben. Das ganze Schiff erschien wie in gold-orange getaucht, wie das Meer. Fast zu schön, um war zu sein. Selbst der blaue Runpf erschien gold-orange angefärbt. Und unser Sundowner schmeckte uns noch mal so gut. Wir wechselten in die Pool Bar, um den Abend mit Cocktails zu genießen und um das erreichen der Dardanellen nicht zu verschlafen. Um den Blick darauf richten zu können, mussten wir genießen. und wir taten es mit animierten Gesprächen. Unsere Runde erweiterte sich um die Kreuzfahrtdirektorin, den Staff Captain und eine kurze Stipvisite des Kapitäns.

Die OLYMPIA VOYAGER verlangsamte gegen 01:30 Uhr ihre Fahrt, und wir glitten mit gerade mal 10 Knoten in die Meerenge. Einst überquerten die Perser und später Alexander der Große auf aneinander gebundenen Schiffen die Wasserstraße. An Backbord konnte man Gallipoli erleuchtet erkennen und zuvor an Steuerbord in dunkel der Nacht Troya vermuten.

Gute Träume sind nun vorprogrammiert … Nur als mein Kopf das Kissen berührte, nachdem ich mein Betthupferl verspeist hatte, war ich auch schon in Morpheus Armen.

Istanbul die Quirlige, die Riesige

Laute Schiffssrienen und Hupen reißen mich aus meinen Träumen. Das anlegen im Morgengrauen habe ich glatt verschlummert. Ein neuer Tag, Istanbul, quirlige Millionenstadt und wirtschaftliches Herz der Türkey wir kommen!

Istanbul , die europäische Seite, Karaköy mit Galataturm
Istanbul , die europäische Seite, Karaköy mit Galataturm.

Landgang wieder auf eigene Faust, denn Topkapi und andere Sehenswürdigkeiten waren auf meiner Bucket List schon abgehakt. Meine Bekannten entdeckten mich beim Frühstück und wir beschlossen gemeinsam auf eigene Faust Istanbul zu erkunden. Sie hatten einen älteren Stadtplan schon bei sich, der uns sicher durch Gassen, Straßen und Menschengewirr führte. Ja wir wir besuchten gemeinsam die Hagia Sofia, und waren auch am Topkapi, aber viel interessanter für uns war es das Leben auf den Straßen und Plätzen der Stadt und in den Cafe Häusern zu erleben. Da der großen Basar fast direkt neben dem Topkapi liegt richteten wir unsere Schritte dort hinein. Auch im 21. Jhdt. ist es dort, als gleite man in die Zeit der Ottomanen, als es einen Orient Hype gegeben hatte.

Der Große Basar

In dieser riesigen Überdachten alten, heute würde man Alt Germanisch sagen: Shopping Mall, fanden wir uns unter Touristen, Einheimischen und Händlern wieder. Menschen feilschten, teilst laut, teils leise, während Träger mit riesigen Paketen sich ihren Weg bahnten. Und immer wieder huschten eifrige, meist junge Männer, mit Teetabletts durch die Menge. Teppiche – aus aller Herren Länder, Stoffe wurden einladend ausgegebreitet, Gewürze  zum riechen oder probieren angeboten – die von den Händlern kunstvoll aufgetürmt, bis in den letzten Winkel, zwischen den Torbögen ihrer Läden anboten, Obst, Gemüse. Ein Fest für die Sinne. Frisch geschlachtetes wurde zur Begutachtung gezeigt, Handtaschen – inklusive der Kopien bekannter Brands, besonder die mit dem L und V, und dann Gold und Schmuck, die  hinter Glas um Aufmerksamkeit glänzten.

Im Großen Bazar
Im Großen Bazar

Zwischen all dem drängten sich Touristen aus aller Welt. Mal elegant gekleidet mal etwas weniger, inklusive Sandalen und weißen Socken … Und natürlich die Bürger aus Isatanbul, die hier ihren täglichen Fedarf deckten. Frauen, aufendig westlich oder nicht ganz so, gekleidet, ohne Kopftuch und auch solche mit Kopftuch und der eine oder andere Shador schoben sich durch den Basar. Träger, Verkäufer, Großhändler – alles war in Bewegung, begleitet von einer orientalischen, murmelnden Kakophonie.

Der Topkapi Sarayi und sein Haarem

Direkt neben dem Großen Basar liegt der Topkapi, eigentlich Topkapi Sarayi. Wir kennen den Namen aus Geschichten, Mythen, dem film mit Melina Merkouri, Maximilian Schell und Peter Ustinov, der Oper von Mozart „Entführung aus dem Serail“ und vielen anderen Märchen. Der alte Sultanspalst und damals der Sitz der Hohen Pforte urde seit Mehmed II. bis 1840 als Wohn- und REgierungssitz genutzt. Das der Palast nicht weit vom Basar liegt, hatte für die Palast Diener den Vorteil, nicht weit für ihre Einkäufe zu benötigen. Eindrucksvoll und ehrfurcht gebietend wacht das große Eingangstor am Ende des großen Platzes. Wie ein Rausch, so überbordend ist die Schmuckornamentik, ging die Führung durch den Palast an uns vorrüber. Der Haarem, mit den üblichen Kommentaren gespeist aus Männer Phantasien, die sich einfach nicht überwältigen lassen, deckte sich kaum mit den üppigen Phantasien der Bilder aus den vorherigen Jahrhunderten, die uns Maler aus ihren Träumen präsentierten. Die meisten anwesenden Damen in der Gruppe waren wenig beeindruckt. der Zauber des Orient wirkte nicht so recht. Und so mancher Ellbogen sorgte für „Beruhigungen“.

Der Topkapi und sein kaiserliches To
Der Topkapi und sein kaiserliches Tor.

Mit einem Abstecher am alten endpunkt des legendären Orient Express der CIWL, dem

Maramaray Sirkeci Istasyonu, die ehemalige Endstelle des legändären Orient Express
Maramaray Sirkeci Istasyonu, die ehemalige Endstelle des legändären Orient Express. Auch wen der Bahnhof nur noch Vorort Züge bedient, mit etwas Vorstellungskraft kann man sich den Zug der Könige, den König der Züge einlaufen sehen …

, machten wir uns in das Taksim Viertel auf eigene Faust auf. Im alten Bahnhof genossen wir einen Hauch von Agatha Christie. Ich wümschte mir insgeheim der Orient Express liefe gerade wieder ein und würde seine weltläufigen Passagiere, Globetrotter auf den Perron entlassen. Wir querten die Galata Körpüsü, deren Brüstung von Anglern wie auf einer Perlenschnur gesäumt war. Um an dem ehemaligen ersten Hotel der CIWL vorbei den Taksim Platz, die grüne Lunge des Viertels, zu erreichen.

 

Ein Blick auf unsere Uhren mahnte uns zur Rückkehr. Einen Kaffee hier, einen Snack dort, trotteten wir im Späten Nachmittag in Richtung unseres schwimmenden Hotels.

OLYMPIC VOYAGER das Heck
OLYMPIC VOYAGER das Heck

Kaum an Bord, begrüßte uns unsere Cruise Direktorin herzlichst, und lud uns auf einen Drink in die Pool Bar ein. Istanbul ist nicht nur groß, sondern riesig, musste ich bei einem ersten Erfrischungs Drink gestehen, denn Elizabeth wollte unbedingt wissen was wir erlebt hatten.

Bis zum Dinner hatten wir ausreichend Zeit. Also zurück in die Kabinen und aufrischen und aufhübschen. Später beim Dinner erfuhr ich, dass ich nicht der Einzige war, der sich eine Feuchtkeitsmaske gegönnt hatte. Stadtpflaster macht müde. Während des Dinner hatte sich der Abend über der jetzt glitzernden Bosporus Metropole gesenkt. Gleißend fast strahlte Istanbul gegen die Nacht. ein Schauspiel für die Augen, während wir unsere Gaumen bei erlesen Speisen und elegantem Wein erfreuten.

Ein leichtes Zittern kündigte uns beim ersten Gang an, dass die OLYMPIA VOYAGER zu aktivem Seeleben erwachte. Langsam verließen wir den Kai und den Hafen. Die Lichter von Istanbul glänzten um Wette. Das Typhon unseres schwimmenden Hotels verabschiedete sich drei mal sonor von der quirligen, riesigen Metropole. Der bunt beleuchtete Topkapi leuchtet bunt wie ein Schatzkiste, während er an uns vorbeigleitet, oder besser wir an ihm.

Der Topkapi bei Nacht
Der Topkapi bei Nacht

Plötzlich klapperte das Geschirr und Gläser in den Schränken und die Tische und Stühle vibrierten … die OLYMPIA VOYAGER steigerte ihre Geschwindigkeit um die Dardanellen erneut zu passieren. Meine Tischnachbarn fragten den Kapitän, als er zu seinem Tisch ging, was der Grund der heftigen Vibrationen sei. Er wirkte etwas entsetzt oder besser verlegen, erklärte aber den Grund. Wir erfuhren also, dass die Schraubenwellen etwa 40 Meter frei im Wasser liegen, bis sie an der Finne angelangt sind wo die Schrauben von 7,50 Meter Durchmesser sich befinden. Die OLYMPIA VOYAGER hat einen extrem hydrodynamisch gestalteten Rumpf, weshalb sie im Gegensatz zu herkömmlichen Schiffen nur etwas mehr als ein Drittel ihres Rumpfes unter Wasser in voller Breite des Schiffes hat. Weniger Rumpf im Wasser bedeutet weniger Wasserreibung, und heißt nehr Geschwindigkeit bei weniger Treibstoff. So wie ein niedriger CW Wert bei einem Auto … eigentlich.

Kuşadası und Ephesos

Ursprünglich war die OLYMPIA VOYAGER für Kreuzfahrten konzipiert die drei Kontinente in sieben Tagen anbieten sollten. Fast wie „See Europe in Three Days“ … hektik, hektik, Termine, Termine, Termine. Das Zielklientel von ROYAL OLYMPIC CRUISES waren US Amerikaner, die nach den Terroranschlägen des 9/11 weniger außerhalb ihrer Hemisphäre reisten – und jetzt Homeland Cruises machten.

Wir umrundeten beim Einlaufen in Kuşadası das alte Fort auf der Vogelinsel, das den Hafen und den Handelsplatz bewachte und vor Piraten und anderen Angreifern schützen sollte.

OLYMPIC VOYAGER in Kusadasi, daneben am Anleger die MINERVA
OLYMPIC VOYAGER in Kusadasi, daneben am Anleger die MINERVA.

 

Kuşadası hat einen wunderschönen historischen Ortskern. Und eine alte Karawanserei, in dem sich heute ein pitireskes Cafe und Restaurant befindet. Das liebe- und stilsicher renovierte Gebäude läßt erahnen, wie sich einst die Händler hier nach ihrer strapaziösen Reise ausruhten, bevor oder nachdem sie ihre Waren an andere Händler oder auf die Schiffe im Hafen verkauft hatten.

Kuşadası ist heute ein beliebtes Reiseziel für einheimische und ausländische Touristen. Entsprechend voll ist es dann auch, wenn zudem Kreuzfahrtschiffe an der Fingerpier liegen. Es besitzt neben einem großen Yachthafen auch einige Strände und die entsprechenden Hotels. Vom Schiff aus betrachtet sieht es fast so aus, als sei man an der Costa Brava.

Wit machten uns auf eigene Faust, wie üblich auf den Weg nach Ephesos. Ephesos (altgr. Ἔφεσος, hethitisch vermutlich Apaša, lateinisch Ephesus), ist in der Landschaft Ionien gelegen, und war im Altertum eine der ältesten, größten und bedeutendsten Städte Kleinasiens und beherbergte mit dem Tempel der Artemis, dem Artemision, eines der Sieben Weltwunder. In der Antike hatte die Stadt einen direkten Zugang zum Meer, aber durch Sedimentation, sowie klimatische und seismische Veränderungen, verschob sich die Küstenlinie im Laufe der Zeit nach Westen in die Ägäis, so dass sich die Ruinen von Ephesos heute mehrere Kilometer landeinwärts befinden.

Ephesus, die Celsus Bilbliothek
Ephesus, die Celsus Bilbliothek

Touristische und historische Hotspots haben den Vorteil leichter Erreichbarkeit, zumeist, allerdings den gravierenden Nachteil, dass sich die Schaulustigen dort drängen, als gäbe es Freibier oder so etwas … Wir begüngten uns mit den „Must to have See“ Altertümern und flüchteten nach Kuşadası zurück. In der Abendsonne unternahmen wir einen Einkaufsbummel im neuen Viertel der Kaufleute. Die Gebäude strahlten den Charme von patologischer Sachbezogenheit aus, wie sich auch außer Geschäften kein einzige Cafe finden ließ. Da wir unter sehr weniger Touristen dort waren, wurden wir entsprechend hartnäckig aufgefordert in die Läden zu kommen, eine angebotene Erfrischung zu nehmen und zu kaufen … Die „Agressivität“ der „Fänger“ vor den Geschäften ließ uns die Flucht ergreifen, um Schutz in der alten Karawanserei zu finden. Hinter den alten Mauern könnte man es wirklich länger bei Kaffee, türkischen Snacks und Süßigkeiten von erholsam freundlich, zurückhaltenden Kellern serviert, aushalten, wenn nur nicht das baldige Auslaufen bevorstünde.

Kusadasi, die liebevoll restaurierte alte Karawanserei
Kusadasi, die liebevoll restaurierte alte Karawanserei. Heute ein Hotel und Restaurant. ein Ort der Ruhe.

Mykonos, die strahlend weiße

Die OLYMPIA VOYAGER prescht nach dem Auslaufen zu unserem Letzten Ziel: Mykonos. Mit einem Bilderbucht Sonnenuntergang laufen wir in den neuen Hafen von Mykonos, in Tolous, ein. Das Dinner lassen wir sausen, denn wir wollten die Küche der Insel genießen.

Einer Sage nach besiegte Herakles Riesen, die er ins Meer warf. Als sie zu Stein erstarrten, entstand die Insel Mykonos. Benannt wurde die Insel nach Apollos Enkel Mykons.

In den Jahren zwischen den Weltkriegen setzte der Tourismus auf Mykonos ein. Es war ein Ziel für die Reichen und schönen ihrer Zeit. Als in den 1960er Jahren ein britischer, dystopischer Scinefiction Film gedreht worden war, setzte der Massentourismus auf der Insel ein. Trotzdem blieb sie ein Hotspot für die, nun Jet Set genannten, Reichen und Schönen. Jacqueline Kennedy Onassis, Aristoteles Onassis, die Niarchos Familie, Thomas Fritsch, Inge Meisel, und viele, viele mehr waren und lebten hier. Entsprechend „preiswert“ geht es auch auf Mykonos zu.

Kostenlos ist allerdings Pedros, der Pelikan … der wievielte, kann keiner so genau sagen, denn das ursprüngliche Maskottchen ist längst in den ewigen Jagdgründen.

Pedro, das Maskottchen von Mykonos. Normalerweise ist er sich der Photographierenden bewußt ... nur mal gerade heute nicht.
Pedro, das Maskottchen von Mykonos. Normalerweise ist er sich der Photographierenden bewußt … nur mal gerade heute nicht.

Auf der Suche nach einem freien Tisch zogen wir durch die Stadt, vorbei an Boutiquen, Galerien, Souverniergeschäften, Saftbars, und was das Touristenherz so alles begehrt … oder nicht braucht. Allerdings konnte ich nicht widerstehen und kaufte für mein Patenkind drei T-Shirts mit unterschiedlichen Mykonos Bildern und Logos. Ich erfuhr später von meiner Schwester, das diese T-Shirts zum Waschen immer von meinem Neffen abgeschält werden mussten, weil er sie immerzu tragen wollte.

Nach dem Dinner zogen wir weinselig und heiter weiter durch die Stadt, die sich schon im Vorglühen zur Partynacht befand. Allerdings geht diese Party auf Mykonos erst gegen 24:00 los, um gegen 02:00 bis 05:00 richtig auf zu drehen, und gegen 07:00 aus zu klingen beginnt … Ganz harte erleben dann den Sonnenaufgang entweder in „Little Venice“ oder unter den sechs Windmühlen. Man benötigt auf der Insel Stehvermögen und einen besseren Abreisetermin als wir ihn hatten.

Mykonos, shop till you drop, nur gut, dass man zuvor gut gegessen hatte ...
Mykonos, shop till you drop, nur gut, dass man zuvor gut gegessen hatte …

Das Typhoon der OLYMPIA VOYAGER dröhnte zum Sammeln mahnend über die Stadt Mykonos hinweg. Auch wir rafften was wir erbeutet hatten und strömten nach Tolous zum Anleger. Mit einem ordentlichen Nightcap stand ich an der Reling des Pooldecks und genoss mit unserer Kreuzfahrtdirektorin, die letzte Nacht beginnend, unter einem grandiosen Sternenhimmel das gleißen der Lichter von Mykonos, die sich immer weiter in das Dunkel der Nacht veraqbschiedeten.

Heimlich, Still und Leise

Die Ausschiffung in Athen sollte gegen 12:00 nach einem kleinen Lunch stattfinden. Also konnte ich spät in meine Kabine zurückkehren, ohne das Schiff am nächsten Morgen aufzuhalten. Sobald ich das Kopfkissen allerdings berührt hatte, war ich auch schon ins Schlummerland entglitten. Heimlich, still un leise hatte sich die OLYMPIA VOYAGER, unser Hotel und Zuhause für die letzten sieben Tage, in den Hafen von Athen geschlichen und fest gemacht. Wie in Istanbul wurde ich von Schiffssirenen und Hupen geweckt, nur dass ich diese zuvor in meine Träume eingbaut hatte, bevor ich geruhte meine Nacht zu beenden.

Mein Kabinensteward beglückte mich mit einem Frühstück, dass er mir unaufgefordert in die Kabine brachte, da ich nicht zum Frühstück erschienen war. Das war ein extra zum geplanten Tipp wert! Vorerst gestärkt, quetschte ich das Letzte meiner Habe in mein Gepäck … die Klimaanlage in den Kabinen macht Reisegepäck kleiner! Beim auschecken wurde ich herzlichst von Elizabeth verabschidet, die mir auch einen Gruß von Kapitän Apistolas und dem Staff Captain übermittelte. Auf meine Nachfrage, warum er, erhielt ich nur zur Antwort: Gentlemen deserve it.

Saint George Lycabettus, Haupteingang an der Klemeneos. Das haus wirkt keineswegs so bombastisch wie das renovierte Grand Bretagne. Weniger Blingbling. Aber dafür ist das Haus eine echte Grand Dame!
Saint George Lycabettus, Haupteingang an der Klemeneos. Das haus wirkt keineswegs so bombastisch wie das renovierte Grand Bretagne. Weniger Blingbling. Aber dafür ist das Haus eine echte Grand Dame!

Mit einem Taxi machte ich mich zum meinem Hotel, dem Saint George Lycabettos , in Kolonaki, auf dem Lycabettos, in dem ich auch zuvor abgestiegen war. Leider kann man in Athen nicht immer sicher sein, wenn man zum Lycabettos in Kolonaki will, dass man auch wirklich direkt vor dem Hotel abgesetzt wird. Dieses Mal klappte es. Vor Jahren setzte mich der Taxifahrer, gegen meinen Protest auf dem Kolonaki Platz aus … Im Hotel wurde ich warmherzig vom Portier begrüßt und erhielt mein vorheriges Zimmer wieder, mit der Nachfrage, ob es auch recht sei.

Saint George Lycabettos, das Roof Garden Restaurant
Saint George Lycabettos, das Roof Garden Restaurant.

Am Tag meiner Abreise, war ich überrascht, als ich mir ein Taxi zum Fluhafen bestellen wollte, dass ich die Limousine des Hotels angeboten bekam. Nun einem geschenkten Gaul schaut man nichts ins Maul.

OLYMPIC VOYAGER

Heute segelt die OLYMPIA VOYAGER als CHINESE TAISHAN für BOHAI FERRY mit chinesischen Gästen an Bord.
Sie wurde 2000 bei BLOHM&VOSS in Hamburg gebaut, und für ROYAL OLYMPIC CRUISES als OLYMPIA VOYAGER in Dienst gestellt. Auf Druck des Olympic Comitees musste ROYAL OLYMPIC CRUISES den Namen kurz nach der Indienststellung ändern. Mit dem Konkurs der Eigner 2003, ging sie in die Hände verschiedener Eigner und Charterer, darunter zuletzt die CARNIVAL Tochter COSTA CROCIERE.

OLYMPIA VOYAGER heute - CHINESE TAISHAN
OLYMPIA VOYAGER heute – CHINESE TAISHAN

Die Konstruktion des Rumpfes basiert auf einem von BLOHM + VOSS entwickelten und patentierten Unterwasserschiff, dem sogenannten „Fast Monohull“ (schneller Einzelrumpf). Durch die besonders strömungsgünstige Form zeichnet sich die Bauweise durch eine hohe Wirtschaftlichkeit aus (die Werft gibt eine Leistungseinsparung von etwa 20 % an). Bei dieser Rumpfform werden beim Unterwasserschiff Strömungswerte erreicht, die einem U-Boot vergleichbar sind, die Kenterstabilität entspricht der eines konventionellen Schiffes. Die Unterseite des Rumpfs ist im weiteren Verlauf bis zum Heck tunnelförmig ausgehöhlt, wodurch Zu- und Abstrom der eng beieinanderliegenden Pitch-(Verstell)-Propeller optimiert werden.

OLYMPIA VOYAGER Deckplan wie er wenig verändert von COSTA gezeigt wurde.
OLYMPIA VOYAGER Deckplan wie er wenig verändert von COSTA gezeigt wurde.

Um die von ROYAL OLYMPIC CRUISES geforderten hohen Geschwindigkeiten zu erreichen, wurde das Schiff mit einer besonders leistungsfähigen Hauptmaschinenanlage ausgerüstet. Sie ist eine in der Leitung reduzierte Version der Antriebseinheiten die in den neuen Fregatten der Bundesmarine eingesetzt werden. Mit einer Gesamtleistung von 37.800 kW (51.394 PS) übertrifft sie die Maschinenleistung der in Größe und Vermessung vergleichbaren DEUTSCHLAND (Reederei Peter Deilmann) um mehr als das Dreifache.

Die Anlage besteht aus vier Neunzylinder-Viertakt-Dieselmotoren des Typs WÄRTSILÄ 46, die jeweils paarweise in zwei Maschinenräumen (Safe-Port-Home nach IMO und SOLAS Standard) untergebracht sind. Die Motoren treiben über Reduktionsgetriebe zwei große 4-Blatt-Verstellpropeller (Hersteller: KaMeWa) mit einem Durchmesser von 7,4 m an, deren Drehkreise überlappen. Die Nenndrehzahl der Propeller liegt bei 130/min. Hydraulische Kupplungen erlauben den Betrieb in jeder Motorenkombination. Dadurch können auch während des Betriebes Motoren für Wartungsarbeiten abgeschaltet werden. Mit nur zwei laufenden Motoren erreicht das Schiff bereits Geschwindigkeiten von 22 Knoten. Bei Testfahrten unter Volllast wurden Geschwindigkeiten von über 30 Knoten (ca. 55,6 km/h) erreicht. Neben den Hauptmotoren sind noch vier weitere Hilfsmotoren des Typs Wärtsilä 26 installiert. Jeder der Achtzylinder-Reihenmotoren leistet 2.000 kW (ca. 2.720 PS).

Wie der Artikel in an Bord in der Ausgabe 01/2003 publiziert wurde

Olympia Voyager publisched in an-Bord 01
Olympia Voyager publisched in an-Bord 01
Olympia Voyager publisched in an-Bord 02
Olympia Voyager publisched in an-Bord 02
Olympia Voyager publisched in an-Bord 03
Olympia Voyager publisched in an-Bord 03
Olympia Voyager publisched in an-Bord 04
Olympia Voyager publisched in an-Bord 04

Publikation des Artikels im Kamen Magazin 02/2004

Olympia Voyager Spion in der Antike Kamen Magazin 01
Olympia Voyager Spion in der Antike Kamen Magazin 01
Olympia Voyager Spion in der Antike Kamen Magazin 01
Olympia Voyager Spion in der Antike Kamen Magazin 01

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